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Schaumstoffe & Matratzen: Was versteht man unter Atmungsaktivität?

Eine atmungsaktive Matratze? Das klingt zunächst sehr gut. Aber was genau bedeutet es, wenn Schaumstoffe und Matratzen als “atmungsaktiv” beschrieben werden? Wir möchten in diesem Artikel Aufschluss über die Atmungsaktivität bei Schaumstoffen und Matratzen geben.

Achten Sie auf eine gute Atmungsaktivität bei Matratzen

Atmungsaktivität: Was soll das bedeuten?

Unter der Atmungsaktivität von Schaumstoffen und Matratzen versteht man im Allgemeinen die Eigenschaft, Feuchtigkeit, Wärme und Luft durch das Material durchlassen zu können. Ein atmungsaktiver Schaumstoff ist - wenn man so will - in der Lage, Flüssigkeiten und andere Substanzen “einzuatmen” und wieder “auszuatmen”. Schaumstoffe mit hoher Atmungsaktivität trocknen folglich auch schneller.

Warum sollten Schaumstoffe & Matratzen atmungsaktiv sein?

Eine hohe Atmungsaktivität bei Schaumstoffen und Matratzen ist aus verschiedenen Gründen von Vorteil - und sollte auch in verschiedenen Anwendungsbereichen ein wichtiges Merkmal des gewählten Schaumstoffes sein. Aber dazu später mehr. Ein wichtiger Grund für atmungsaktive Schaumstoffe und Matratzen ist der Umstand, dass wir nachts bzw. im Schlaf Flüssigkeit verlieren - etwa durch Nachtschweiß.

Im Durchschnitt verliert der Mensch pro Nacht einen halben Liter Flüssigkeit, die in die Matratze einsickert. Auch auf andere Art und Weise können Flüssigkeiten in Schaumstoffe geraten - ein Regenschauer über der Gartenlounge, ein verschüttetes Wasserglas über dem Sitzpolster. Wären Schaumstoffe und Matratzen nicht atmungsaktiv, würde die Feuchtigkeit in das Material einsickern und dort nur sehr langsam trocknen. Es droht die Gefahr für Staunässe, Stockflecken und Schimmel.

Auch Wärme ist ein Problem für Schaumstoffe und Matratzen. Denn der Körper gibt Wärme in der Nacht ab, die in einer nicht atmungsaktiven Matratze nicht abtransportiert werden kann. Folglich staut sich die Wärme, was wiederum die Schweißproduktion ankurbelt, um dem Körper runterzukühlen.

In Bezug auf die Atmungsaktivität spielt die Luftzirkulation ebenfalls eine wichtige Rolle. So sorgen atmungsaktive Schaumstoffe dafür, dass die Luft in einem Polster oder einer Matratze gut zirkulieren kann - also fortlaufend ausgetauscht wird. Durch die Luftzirkulation werden einerseits Wärme und Feuchtigkeit abtransportiert, andererseits aber auch Hausstaub, Milben und Bakterien. Eine hohe Atmungsaktivität trägt also zu einem gesünderen Schlafumfeld bei - weniger Wärmestau, weniger Feuchtigkeitsablagerung, mehr Hygiene.

Wer profitiert von einer hohen Atmungsaktivität?

Die Gründe, warum man auf eine hohe Atmungsaktivität achten sollte, sind vielseitig. Ebenso wie die Menschen, die von dieser Eigenschaft bei Polstern und Matratzen profitieren:

➤ Menschen, die unter Allergien leiden und daher ein möglichst “hygienisches” Schlafklima benötigen

➤ Menschen, die nachts häufig schwitzen und daher einen guten Feuchtigkeitsabtransport benötigen

➤ Menschen, gerne kühler schlafen und einen Wärmestau vermeiden möchten

Da man atmungsaktive Schaumstoffe nicht nur als Matratzen einsetzen kann, sondern auch als Sitzkissen, Polster und Co., wollen wir auch aufzeigen, für welche Anwendungsgebiete sie ideal sind:

➤ Diverse Zwecke im Outdoor-Bereiche wie zum Beispiel Polster für Garten- und Terrassenmöbel

➤ Verschiedene Anwendungen im Nass-Bereich wie Bootspolster, Polster und Auflagen am Pool / Schwimmbecken

➤ Polster, Sitzkissen und Matratzen im Camping-Bereich wie etwa in Wohnmobilen oder Campingbussen

Atmungsaktive Schaumstoffe und Matratzen sind in diesen Anwendungsbereichen vor allem aus dem Grund von Vorteil, weil sie zügig trocknen und dadurch Stockflecken und Schimmel vermieden werden kann. Insbesondere in Bereichen, in denen viel Nässe vorherrscht (Boot, Pool, Garten) oder Temperaturschwankungen und eine hohe Luftfeuchtigkeit Probleme bereiten (Wohnwagen, Wohnmobil, Camper, etc.), sind atmungsaktive Schaumstoffe ideal.

Welche Schaumstoffe & Matratzen sind atmungsaktiv?

Das hängt von der Struktur des Schaumstoffes ab: Atmungsaktivität ist bei offenporigen Schaumstoffen gegeben, durch deren Struktur Feuchtigkeit, Wärme und Luft durchgeleitet und somit abtransportiert werden. Besonders atmungsaktiv sind PU-Schaumstoff und Kaltschaum. Wenngleich Kaltschaum zwar auch gecrusht (gewalzt) wird und dadurch eine offenzellige Struktur erhält, ist PU-Schaumstoff atmungsaktiver.

Sollte man nun PU-Schaumstoff oder Kaltschaum wählen?

Ob PU-Schaumstoff bzw. Komfortschaumstoff oder Kaltschaum besser ist, sollte immer abhängig vom Einsatzzweck und den individuellen Anforderungen beurteilt werden. Wenn Sie neue Polster für die Gartenliege oder die Balkonmöbel anfertigen möchten, empfiehlt sich PU-Schaumstoff, weil er deutlich unempfindlicher gegenüber Wasser, Temperaturen und UV-Licht ist. Suchen Sie hingegen nach einer atmungsaktiven Matratze, empfiehlt sich Kaltschaum, der formstabiler, elastischer und langlebiger als Komfortschaumstoff ist.

Im Übrigen: Wer sich für eine atmungsaktive Matratze, z. B. aus Kaltschaum, entscheidet, sollte auch einen atmungsaktiven Topper wählen, damit die Funktion nicht zunichte gemacht wird.

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Foto von Max Vakhtbovych auf Pexels