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Schaumstoff & Matratzen: Was versteht man unter Rückstellkraft?

Rückstellkraft gehört - ebenso wie Punktelastizität und Druckentlastung - zu den Begriffen, die man häufig im Zusammenhang mit Matratzen, insbesondere aus Schaumstoff, hört und liest. Wir möchten hier einmal die nötige Aufklärung bieten, was man unter der Rückstellkraft zu verstehen hat.

Achten Sie auf eine gute Rückstellkraft bei Matratzen 

Rückstellkraft: Was bedeutet das genau?

Streng genommen ist der Begriff “Rückstellkraft” ein Begriff aus der Physik, der die Kraft bezeichnet, die eine Masse wieder in ihre Ruhelage zurückbewegt. Im Zusammenhang mit Schaumstoffen und Matratzen bezeichnet die Rückstellkraft - auch Rückstelleffekt genannt - den Umstand, dass sich ein Material zurück in seine Ursprungsform zurückbildet, sobald die Belastung aufgehört hat. Rückstellkraft wird gerne mit Formstabilität gleichgesetzt oder mit einer hohen Lebensdauer verbunden. Dabei sollte man aber genau hinschauen. So hängt zum Beispiel die Formstabilität auch vom Raumgewicht und der Qualität eines Schaumstoffes ab, was wiederum Rückschlüsse auf die Lebensdauer bietet. Auch die Beanspruchung (im Zusammenhang mit der Stauchhärte) wirkt sich auf die Rückstellkraft bzw. Formstabilität aus. So bildet sich auch ein Polster aus preiswertem PU-Schaumstoff mit relativ niedrigem Raumgewicht schnell zurück. Erst bei starker oder regelmäßiger Benutzung würde die Rückstellkraft des PU-Schaumstoffes nicht ausreichen, um Kuhlen zu verhindern. Es ist daher auch eine Frage der Beanspruchung, ob und wann Schaumstoffe ihre Rückstellkraft einbüßen. Vor diesem Hintergrund besitzen alle Schaumstoffe, zumindest zu Beginn, eine Rückstellkraft, die erst im Laufe der Zeit, unter starker Belastung und abhängig von der Schaumstoffart nachlässt. Welche Schaumstoffe über eine besonders hohe Rückstellkraft verfügen, erläutern wir weiter unten im Artikel.

Welche Vorteile bietet die Rückstellkraft?

Eine gute oder hohe Rückstellkraft bietet den Vorteil, dass sich eine Matratze nach der Belastung wieder zurückbildet und so keine Kuhlen entstehen. Solche Liegemulden können auf Dauer verhindern, dass man in einer gesunden Schlafposition liegt und folglich Verspannungen bekommt oder Fehlstellungen entwickelt. Eine gute bzw. hohe Rückstellkraft heißt aber auch, dass sich das Material schnell in die Ursprungsform zurückbildet. Das wiederum bringt einen Vorteil für Menschen, die sich im Schlaf häufig drehen, denn ein Schaumstoff mit hoher Rückstellkraft passt sich schnell der neuen Liegeposition an.

Was zeichnet eine hohe Rückstellkraft aus?

Wichtig ist einerseits das Material selbst: So verfügen beispielsweise Visco-Schaumstoff und Gelschaumstoff über die beste Rückstellkraft unter den Schaumstoffen. Andererseits sind die individuellen Faktoren der Matratze zu beachten - Raumgewicht, Stauchhärte, Matratzenkernhöhe. Grundsätzlich kann man sagen: Je höher diese Werte sind, umso besser ist auch die Rückstellkraft und formstabiler ist die Matratze.

Visco- und Gelschaummatratzen haben hohe Rückstellkraft

Zu den Schaumstoffen mit der besten Rückstellkraft gehören Viscoschaum und Gelschaum. In diesem Punkt sowie in Sachen Formstabilität und Punktelastizität sind sich die beiden Schaumstoffe sehr ähnlich. Allerdings gibt es einige Unterschiede, die man hinsichtlich seiner Schlafgewohnheiten beachten sollte:

Visoschaum

Gelschaum

thermoplastisch, reagiert auf Körper- und Umgebungswärme, speichert Wärme

temperaturneutral, verformt sich allein durch den Druck 

bietet ein eher wärmeres Schlafumfeld

bietet ein eher kühleres Schlafumfeld

bildet sich langsam zurück in die Ursprungsform (nicht geeignet für Menschen, die häufig die Schlafposition wechseln)

bildet sich schneller zurück in die Ursprungsform (gut geeignet für Menschen, die sich nachts häufig drehen)

Neben der Rückstellkraft gibt es weitere Kriterien, die bei der Wahl von Schaumstoffen und Matratzen zu beachten sind. Diese hängen in erster Linie davon ab, für welchen Zweck der Schaumstoff genutzt werden soll - als Gästematratze, als Loungepolster oder als Topper für das Boxspringbett?!

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Foto von EKATERINA BOLOVTSOVA auf Pexels